Vom pittoresken norwegischen Bergen aus lässt Andreas Lie Fotografien von Tieren und Landschaften zu mystisch-schönen Huldigungen an die Natur verschmelzen. Wir haben uns mit ihm bei einem Bier über Doppelbelichtung, das Wandern und die “Stadt der sieben Berge” unterhalten.

Was trinkst du zur Happy Hour?

Ich bin absolut der Bier-Typ, also trinke ich ein Pale Ale von 7Fjell (7 Berge), eine örtliche Brauerei aus Bergen.

 

Wo wir gerade davon sprechen: Bergen ist als “Stadt der sieben Berge bekannt”. Was ist deiner Meinung nach besonders an Bergen?

Ich lebe hier mittlerweile seit fast vier Jahren. Ich komme eigentlich aus Haugesund, einer Stadt an der Küste etwa drei Stunden südlich von Bergen. Ich bin hierher gezogen, um meinen Abschluss zu machen. Ich liebe die Natur und die Landschaft und die unzähligen Wanderwege, die eine tolle Inspirationsquelle sind. Bergen ist Norwegens zweitgrößte Stadt, das heißt, hier geht kulturell auch mehr als dort, wo ich aufgewachsen bin.

 

Du hast eine tiefe Verbindung zu Landschaften und Tieren. Erzähl uns, wie es dazu kam, dass diese Themen zu deinem Schwerpunkt wurden.

Ich war schon immer begeistert von der Natur, also war es nur natürlich, dass sich auch meine Kunst in diese Richtung orientieren würde. Ich bin der Meinung, alle Menschen haben eine Verbindung zu Landschaften und Tieren, selbst wenn sie in der Stadt leben.

 

In vielen deiner fotografischen Arbeiten arbeitest du mit Doppelbelichtung. Was hat es damit auf sich und was fasziniert dich daran?

Fast alles, was ich gemacht habe, seit ich seit 2014 mit Kunstdrucken arbeite, basiert auf unterschiedlichen, übereinander liegenden Schichten. Der Stil harmoniert wunderbar mit meiner Zielgruppe. Bilder zusammenzufügen und übereinander zu legen ist eine tolle Möglichkeit, den Motiven eine neue Ausdrucksweise zu geben. Layering hat eine starke Wirkung auf den Betrachter.

 

Einige deiner Werke sind in Zusammenarbeit mit anderen Künstlern entstanden. Welche Erfahrungen hast du damit gemacht und welchen Effekt hatte es auf das Endergebnis?

In den meisten meiner Kooperationen hat der Künstler, mit dem ich zusammengearbeitet habe, die Fotos gestellt und ich habe sie bearbeitet. Dabei wurde immer der jeweils eigene Stil des Fotografen als auch mein eigener berücksichtigt.

Mit unterschiedlichen künstlerischen Stile zu arbeiten ist so interessant, weil jeder seine eigene Perspektive mitbringt und daraus ein spannender Mix entsteht.

 

Wenn du die Möglichkeit hättest, mit einer berühmten Persönlichkeit eine Wanderung zu machen, wer wäre dein Begleiter?

Mit Karl Pilkinton würde ich überall hingehen, einfach, um zu hören, was er zu sagen hat. Mit dem deutschen Künstler Patrick Monatsberger, einem meiner liebsten Landschaftsfotografen, könnte ich mir auch gut vorstellen, mal die Wanderschuhe zu schnüren.

Was war die größte Herausforderung, der du dich in deiner bisherigen Künstlerlaufbahn gegenüber sahst?

Zum Glück gab es bislang keine großen Schwierigkeiten zu meistern. Ich denke, das Schwierigste war wohl, mich mit dem Buchhaltungskram vertraut zu machen und eine Balance zwischen meinem Studium und meiner freiberuflichen Tätigkeit als Künstler zu finden.

Wenn wir jetzt deinem Arbeitsplatz einen Besuch abstatten würden, was würden wir da sehen?

Ihr würdet sofort sehen, dass ich Student bin; ein Küchentisch mit ein paar alten Bananen, zwei Computern, einigen Büchern und stapelweise Papier.

 

Ohne welche drei DInge kannst du nicht?

Musik, Kunst und Essen.

 

Bär oder Fuchs?

Ich liebe sowohl Katzen als auch Hunde und ich finde, Füchse sind irgendwie eine MIschung aus beidem. In Imgur zum Beispiel hat fast jeder - außer mir - einen Fuchs als Haustier. Ich hätte auch gern einen, auch wenn ich gehört habe, dass sie stinken.

 

Danke, Andreas!

 
 
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