Babeth Lafon liebt Frauen, Körper und Mode. Die Pariserin zog 2008 nach Berlin und arbeitet als freie Illustratorin für Marie Claire, L’Oréal und viele andere Kunden. Pastellig-pudrige Farben, feminine Motive und leichtfüßige, poetische Kompositionen bestimmen ihre Handschrift. Wir durften sie in ihrem Atelier-Wohnzimmer besuchen und einen Blick in ihre fabelhafte Welt werfen.

Welche Techniken und Medien nutzt du für deine Kunst?

Normalerweise skizziere ich zuerst in einem Notizbuch von Hand und erstelle die fertige Arbeit dann auf meinem Cintiq 13HD, einem Grafik-Tablet / -Screen, auf dem man direkt zeichnet.

Gibt es Künstler oder Musiker, die dich beeinflusst haben?

So viele, und auf die unterschiedlichsten Arten. Vor kurzem habe ich Christine and the Queens entdeckt. Ich habe sie live in Berlin gesehen, und habe gedacht: „Wäre ich Sängerin, dann wäre ich sie.“ Sie bewegt mich sehr, es scheint keinen Unterschied zwischen ihr und mir zu geben, zumindest nicht in meinem Herzen. Wenn ich ihre Musik höre und sie tanzen sehe, dann sind sie und ich eins.

 

Wie recherchierst du?

Ich recherchiere permanent zu verschiedensten Themen, je nachdem, an welchen Aufträgen ich gerade arbeite. Außerdem lese ich natürlich auch viel über meine persönlichen Interessen. Ich suche immer nach Sachen, in die ich mich „visuell verlieben“ kann, um sie in meine Arbeiten einzubeziehen.

Das kann eine Kombination aus Farbe, Mustern aus einer bestimmten Zeit oder Kultur, Mode, Keramik, Verpackungsdesign sein, aber auch die Art wie Leute sich bewegen, sich anziehen oder so. Ich sammle Bilder und Objekte, die ich dann früher oder später in meiner Arbeit nutze. Die meisten meiner Arbeiten, egal ob Auftrag oder nicht, enthalten Elemente aus meinem Leben.

Was ist dein Hintergrund?

Ich habe angewandte Kunst und dann visuelle Kommunikation und Grafikdesign in Paris studiert. Meine Studienzeit war toll und extrem wichtig für mich, weil ich da verstanden habe, dass ich nicht allein bin. Ich habe mein Element und „meine Leute“ gefunden.

In welchen anderen Jobs hast du sonst schon gearbeitet?

Ich habe während meines Studiums und vor meiner Entscheidung, als freie Illustratorin zu arbeiten, sehr viele andere Sachen gemacht. Ich war Verkäuferin in Paris, Tellerwäscherin in London, Putzfrau und Friseurin in Griechenland, Grafikdesignerin in Österreich und Deutschland... in dieser Reihenfolge. Und dann bin ich Illustratorin geworden.

Welche Art von Arbeit gefällt dir am besten?

Am liebsten mache ich meine persönlichen Arbeiten. Ich entwickle oft kleine Illustrations-Serien, die sind irgendwie Spuren von den Verbindungen, die mein Gehirn zwischen Ideen herstellt. Eine Materialisierung davon, was mich in einem bestimmten Moment bewegt, berührt oder beschäftigt.

Meistens ist diese Arbeit dann die Basis für den ganzen Rest, weil ich meine persönlichen Arbeiten dazu nutze, mich selbst zu bewerben. Ich habe festgestellt, dass Menschen besonders stark von den Sachen angezogen werden, die man in seiner Freizeit, zum Spaß macht.

Welche Themen bearbeitest du?

Ich interessiere mich für das tägliche Leben, Poesie, Emotion, und wie man dadurch mit anderen Menschen in Verbindung tritt.

Was wäre dein Traumprojekt?

Ich würde wahnsinnig gerne meine eigenen Bücher schreiben und sie selbst illustrieren.

Danke, Babeth!

 
 
×