Romina Bacci alias Miles of Light fotografiert Fundstücke aus der Natur und arrangiert daraus wunderschöne Collagen. Mit ihrer Sammlung unzähliger Blätter, Federn, Muscheln, Kräuter, Blüten oder Steine, die die Argentinierin auf ihren Streifzügen findet, lädt sie uns ein, der Natur unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken. Wir haben uns mit Romina über ihre Beziehung zu Nord- und Südamerika unterhalten und darüber, wie sehr sich ihr kreatives Schaffen durch das Muttersein verändert hat.

Was trinkst du am liebsten zur Happy Hour?

Ich trinke so gut wie nie Alkohol, aber zu der Tageszeit würde ich Mate wählen, ein typisches Getränk in Argentinien, für das kleingeschnittene, getrocknete Mate-Blätter mit heißem Wasser aufgegossen werden.

 

Du bist in Argentinien geboren und lebst im Moment in den USA. Wo fühlst du dich mehr Zuhause?

Beides fühlt sich nach Zuhause an. In den USA bin ich gegenwärtig zu Hause; Argentinien wird immer meine Heimat sein. Es nimmt einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen ein, weil dort meine Wurzeln liegen.

 

Kannst du uns ein bisschen mehr über deinen Künstlernamen “Miles of Light” verraten?

Miles of Light startete als fotografisches Tagebuch-Projekt, mit dem ich Momente in meinem Leben als auch meine Reise zwischen Nord- und Südamerika dokumentierte; eine Möglichkeit, eine Distanz von 5000 Meilen Land, Luft und Licht zu überbrücken. Irgendwann hat sich meine Arbeit auf die Natur und das Sammeln von Naturobjekten ausgeweitet, aber den Namen habe ich behalten.

 

Du arbeitest häufig mit Fundstücken aus der Natur. Was ist dein Lieblingsmaterial und warum?

Blätter! Sie verändern sich direkt vor deinen Augen. Ich liebe es, sie zu fotografieren, solange sie frisch und weich sind, aber auch, wenn sie trocknen und ihre Farbe und Form verändern.

 

Wie entstehen deine Collagen?

Das hat sich verändert, seit ich Mutter bin. Anfangs habe ich meine Collagen aus vielen echten Einzelteilen zusammengesetzt. Nachdem mein Sohn geboren wurde, hatte ich nicht mehr die Zeit dazu, auf Spaziergängen Blätter, Blüten oder Steine zu sammeln und dann daraus Collagen zu arrangieren. Ich habe angefangen, sie vorwiegend aus Bildmaterial, das ich bereits habe, digital zusammenzusetzen.

Das macht zwar ein bisschen weniger Spaß, aber ich habe dadurch eine noch viel größere Fülle an Möglichkeiten für meine Gestaltungsprozesse entdeckt. Wenn ich mit einer Collage nicht fertig werde, speichere ich einfach die Datei ab, anstatt von einem chaotischen Tisch aufzustehen.

Gibt es andere Künstler, die dich inspirieren?

Meine Inspirationsquelle ist die Natur, aber ich bewundere Kreativität in jeder Form. Ich fühle mich zu Arbeiten von Künstlern hingezogen, die etwas tun, was mir auch Spaß machen würde - Töpferer, Schmuck- oder Textildesigner, Holzkünstler. Deren Werkstätten und Lebensstile regen meine Fantasie an.

 

Wenn wir uns jetzt gerade deinen Arbeitsplatz ansehen würden, was könnten wir sehen?

Einen wunderschönen Schreibtisch aus Zedernholz, den mein Ehemann gefertigt hat und der vor zwei großen Fenstern perfekt positioniert ist. Auf beiden Seiten stehen Regaleinheiten und weiße Wände warten darauf, mit Rahmen und Bildern befüllt zu werden. Alles noch immer unfertig.

 

Neben dem Fotografieren von schönen, kleinen Fundstücken aus der Natur entwirfst du auch Modeaccessoires wie Schals oder Halsketten. Was wird dein nächstes Projekt?

Stimmt, ich habe eine Zeit lang Schmuck gemacht und Schals von Hand gefärbt. Mittlerweile konzentriere ich mich aber mehr auf meine Prints. Eines Tages würde ich gerne expandieren und handgefertigte Wohnaccessoires sowie Objekte aus Holz oder Keramik in mein Portfolio aufnehmen. Fürs Erste werde ich mit Natur-Illustrationen anfangen und mich mit dem großflächigeren Vertrieb meiner Arbeiten vertraut machen.

Welcher Künstler oder welche Art von Musik läuft bei dir gerade rauf und runter?

Schlaflieder, den ganzen Tag!

 

Federn oder Blätter?

Puh, schwierig...Federn...nein, Blätter!

 

Danke, Romina!

 
 
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