Sophie Corrigan lebt in Großbritannien, wo sie als freiberufliche Illustratorin arbeitet. Sophies skurrile Zeichnungen - oftmals Charakterisierungen - bringen ihre Betrachter mit cleveren Pointen zum Lachen. Wir haben die Künstlerin auf einen Tee getroffen und uns mit ihr über das Erfüllen von Stereotypen und die Kunst, Zeichnungen mal niedlich, mal gruselig wirken zu lassen, unterhalten.

Was trinkst du am liebsten zur Happy Hour?

Mein absolutes Lieblingsgetränk, das ich allerdings erst vor kurzem entdeckt habe, ist ein Matcha Green Tea Latte, den ich in Manchester getrunken habe. Chai Lattes stehen auf meiner Lieblingsgetränke-Liste aber auch ganz weit oben.

Es hat ewig gedauert, bis ich die endlich mal probiert habe und das, obwohl ich nicht so eine große Kaffeetrinkerin bin. Mit Alkohol habe ich es auch nicht so und würde daher einen Tee oder eine schöne heiße Schokolade vorziehen - egal an welchem Tag der Woche.

 

Du lebst und arbeitest in Großbritannien. Was an dir würdest du als typisch britisch bezeichnen?

Ich glaube ich bin eine ziemlich typische Britin! Ich trinke dauernd Tee und habe mit diesem Stereotyp absolut kein Problem. Der Wasserkessel bei mir zuhause wird nie kalt. Ich glaube, Tee ist die Antwort auf die meisten Dinge - egal ob gut oder schlecht.

Tee ist da, um eine Situation zu bereichern und um Probleme zu lösen. Ich komme aus dem Norden Englands und habe einen ziemlich starken Lancashire-Akzent. Außerdem liebe ich britische Comedy.

 

Wie bist du zum Zeichnen gekommen und wann war für dich klar, dass du es zu deinem Beruf machen wirst?

Schon als ich klein war, habe ich es geliebt, zu malen und wurde von meiner Familie auch immer ermuntert, es zu tun. Ich habe eigentlich nie so richtig darüber nachgedacht, welchen Job ich mal ergreifen würde. Auch Schreiben mochte ich schon immer. Früher habe ich viele Gedichte geschrieben (die waren furchtbar). Mein älterer Bruder und meine Schwester sind auch sehr kreativ, das hatte ebenfalls Einfluss auf mich.

Während der Schulzeit wusste ich nicht, wie man Zeichnen zu einer Profession machen konnte (liebe Lehrer, ich denke, da wäre mehr Schulung nötig!), also habe ich improvisiert und Fächer gewählt, von denen ich wusste, dass sie mir gefielen. Als ich an die Uni kam, wurde mir klar, wie viele Möglichkeiten es da draußen gibt und das ich vom Illustrieren leben könnte, wenn ich bereit wäre, mich anzustrengen.

Wie würdest du deinen Stil beschreiben und wie hast du ihn gefunden?

Niedlich, aber auch ein bisschen unheimlich. Am Anfang waren meine Arbeiten eher unheimlich als niedlich, mittlerweile ist es andersherum, glaube ich. Vielleicht kehre ich bald zum Gruseligen zurück. Meine Arbeiten waren schon in meinen Anfängen sehr humorvoll.

Ich mag diesen naiven Stil und versuche, meine Arbeiten so “althergebracht” wie möglich aussehen zu lassen, abgesehen davon, dass das Colorieren hauptsächlich digital erfolgt. Es macht viel Spaß, mit unterschiedlichen Charakteren zu experimentieren und ich liebe es, einen bestimmten Ausdruck oder eine Komik einzufangen, die ich in Dingen oder auch bei Leuten finden.

 

Viele deiner Arbeiten zeigen niedliche Tiere. Was macht sie zum perfekten Motiv?

Ich liebe Tiere einfach! Ich bin nie aus der Phase herausgewachsen, in der man als Kind tierverrückt ist. Ist doch eine gute Idee, das zu zeichnen, was man liebt! Außerdem sind niedliche Dinge echte Freudenspender – wenn es mir mit meinen Arbeiten auch nur in gewissem Maße gelingt, Freude zu verbreiten, bin ich sehr zufrieden. Ich bin außerdem scharf darauf, an Kinderbüchern zu arbeiten. Tiere sind die die idealen Charaktere, mit denen sich Kinder identifizieren können.

Zeichnen, wovon man träumt und von dem träumen, was man zeichnet. Ich denke, es wäre unheimlich schade, etwas zu träumen, ohne es zu zeichnen.
Sophie Corrigan

Du hast schon für viele namhafte Kunden gearbeitet. Worin bestehen für dich der größte Reiz und die größte Herausforderung, wenn du ein neues Projekt beginnst?

Ich hatte immer sehr viel Glück! Ich habe erkannt, dass es einem viel mehr Kopfzerbrechen bereiten kann, darüber nachzudenken, wie herausfordernd es sein kann, einen Job anzunehmen als es eigentlich ist; indem man einfach anfängt zu zeichnen, kann man dieses Gedankenkarussell durchbrechen. Ich erinnere mich immer daran, wie glücklich ich mich schätzen kann, mit dem, was ich liebe Geld, zu verdienen. Das motiviert mich, immer mein Bestes zu geben.

 

Wenn du einen Tag lang jemand anderes sein könntest, wer wäre es und warum?

Ganz schön schwierige Frage. Vielleicht Vic Reeves (ein englischer Sänger und Comedian), einfach um herauszufinden, was in seinem Kopf vorgeht. Oder David Attenborough (ein britischer Tierfilmer und Naturforscher), um des Wissenszuwachs' willen.

Wohin gehst du, wenn du den Kopf frei bekommen möchtest?

Für gewöhnlich hänge ich zuhause mit Tilly, meinem Nymphensittich ab – sie sorgt bei mir immer für gute Laune und bringt meinen Tag zum Strahlen.

 

Träumen oder zeichnen?

Am liebsten eine Mischung aus beidem! Zeichnen, wovon man träumt und von dem träumen, was man zeichnet. Ich denke, es wäre unheimlich schade, etwas zu träumen, ohne es zu zeichnen.

 

Danke, Sophie!

 
 
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