Die Illustrationen des Kanadiers Terry Fan bringen uns zum Träumen – von Kindheitserinnerungen und Fantasiewelten, irgendwo zwischen Jules Vernes Romanen, Weihnachtsgeschichten und Gullivers Reisen. Seine filigranen und wunderbar entrückten Welten lässt Terry aus Handzeichnungen entstehen, die er anschließend digital nachbearbeitet. Wir haben uns mit ihm auf einen Drink getroffen, um mehr über seine surrealen Traumwelten zu erfahren.

Hallo Terry, was trinkst du am liebsten zur Happy Hour?

Normalerweise genieße ich gern ein gutes Glas Rotwein, aber manchmal habe ich auch Lust auf einen Cocktail. Dann wäre eine Margarita oder ein Gin Tonic meine erste Wahl.

Als Künstler betätigst du dich in vielfältigen Bereichen: Vom Schreiben über Skulpturen bis zur Illustration. Welches ist dein liebstes Medium und warum?

Am liebsten arbeite ich mit Grafitstift auf Papier, wegen der Weichheit und Subtilität der Details. Ich mag es, wie ich eine Linie in einer Papierzeichnung verändern und um die Form herum experimentieren kann.

Wie genau entstehen deine Illustrationen?

Meist beginne ich mit einer Bleistift- oder Fineliner-Zeichnung. Danach scanne ich das Bild in hoher Auflösung und importiere es in Photoshop, wo ich die Farben hinzufüge.

Deine Kosmos- und Unterseewelten haben oft etwas Fantastisches an sich. Welcher Ort auf der Erde erinnert dich am meisten an eine Fantasiewelt?

Mich inspiriert alles, was um mich herum passiert, meine Erfahrungen, besonders meine Kindheit. Ich kann mich nicht auf einen bestimmten Ort festlegen, weil eben so ziemlich alles meine Vorstellungskraft beflügelt.

 

Welche Empfindungen möchtest du bei den Betrachtern deiner Kunstwerke wecken?

Das kommt ganz auf das Motiv an. Oft versuche ich, eine friedliche, aber auch mysteriöse Stimmung zu transportieren. Die kreative Arbeit hat auch einen therapeutischen Aspekt. Deshalb werde ich wohl magisch von Orten oder Gedankenwelten angezogen, die mir eine gewisse Realitätsflucht ermöglichen.

Analogen Fotos wohnt eine gewisse Nostalgie inne.

Du hast eine Vorliebe für alte Analogfotos. Welche Rolle spielen sie für deine kreative Tätigkeit?

Ich glaube, das hat etwas mit meinem Alter zu tun. Ich habe meine Kindheit in einer Welt ohne digitale Medien verbracht. Die Erinnerungen, die ich an diese prägende Zeit habe, sind für die Ewigkeit auf Film gebannt. Einfach die Tatsache, dass sie physische Objekte sind, Relikte aus einer vergangenen Zeit, die zugleich einen bestimmten Augenblick jener Epoche repräsentieren. Es hat auch eine gewisse Intimität, ein Papierfoto in den Händen zu halten. Ein Gefühl, das mit dem Aufkommen der Digitalfotografie verschwunden ist.


Was machst du, wenn du nicht gerade zeichnest?

Eigentlich habe ich das Gefühl, die ganze Zeit nichts anderes zu tun. Aber wenn ich mal etwas anderes tue, dass ist es Kochen, Lesen oder ein Spaziergang am See. Außerdem muss ich zugeben, dass ich sehr viel auf Netflix bin und dass ich leider süchtig nach dem Onlinegame “Hearthstone” bin. Ich weiß insgeheim, dass ich es schon lange genug gespielt habe, aber es ist einfach eine schöne Art, Stress abzubauen und ich habe Strategiespiele schon immer geliebt.


Wovon hast du letzte Nacht geträumt?

Ehrlich gesagt war es eher ein Alptraum und ich bin schweißgebadet aufgewacht. Ich kann mich nicht an den Traum erinnern, aber das ist wohl auch besser so.


Elefanten oder Wale?

Beide?


Danke, Terry!

 
 
 
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