Hinter The Red Wolf steckt das portugiesische Designerpaar Filipe Duarte und Joana Campos Silva. Aus ihren farbverliebten Prints spricht eine große Begeisterung für digitale Kunst, Mode, Tiere und Pflanzen. Wir haben uns mit Filipe getroffen und uns mit ihm über die Geschichte hinter The Red Wolf, den Weg von der Idee bis zum fertigen Kunstwerk und die "Pflanzenmenschen" unterhalten, die uns in vielen der Illustrationen begegnen.

Was trinkst du am liebsten zur Happy Hour?

Portwein, das Getränk meiner Stadt. Ihr lebt und arbeitet in Porto.

 

Welche sind eure liebsten Orte in der Stadt?

Wir lieben Porto und es ist ganz und gar unmöglich, diese Stadt und ihren Hafen nicht zu mögen. Wir gehen gern in den Straßen von Ribeira und am Douro spazieren. Die Straßen wurden im Mittelalter gebaut und es gibt unzählige schöne Orte, um ein leckeres Mittagessen und einen guten Portwein zu genießen. Daneben gehen wir auch gern ins Serralves Museum und die Casa da Música. Außerdem bummeln wir gern in der Innenstadt und besuchen die Läden, die unsere Illustrationen verkaufen. Falls ihr mal in Portugal seid, macht auf jeden Fall einen Abstecher nach Porto.

 

Was bedeutet der Name “The Red Wolf” für euch?

"Peter und der Wolf" und "Rotkäppchen" sind einfache, klassische und legendäre Erzählungen. Unsere Marke sollte genauso einprägsam sein und eine Geschichte transportieren. Als erstes hatten wir die Idee, sie “Wolf and I“ zu nennen, aber dieser Name drückte noch nicht alles aus, was wir sagen wollten. Der Rotwolf ist darüber hinaus eine bedrohte Tierart in Nordamerika. Unser Name ist also eine Hommage an eine seltene Spezies und eine symbolträchtige Figur, die uns in zahlreichen Märchen begegnet.

 

Wie haben sich eure Designs im Laufe der Zeit entwickelt, und was habt ihr auf dem Weg gelernt?

Was unsere Arbeiten für The Red Wolf betrifft, hat sich bislang nicht viel verändert, da die Marke erst 8 Monate alt ist. Als Illustrator habe ich mich in vielen verschiedenen Dingen ausprobiert. Als ich 5 Jahre alt war, zeichnete ich mit Vorliebe Radfahrer und unfertige Gebäude. Mit 11 kreierte ich meine eigene Automarke und mit 18 waren Comics ein großes Thema. Zwischen 22 und 36 Jahren habe ich ganz damit aufgehört. Einer der Gründe, warum ich mich an The Red Wolf beteiligte, war die Lust, wieder mit dem Zeichnen anzufangen. Als ich die Marke mit meiner Frau Joana gründete, bot sich die perfekte Gelegenheit dazu.

Wer oder was inspiriert euch?

Wir investieren viel Zeit in die Bildrecherche für die Konzepte, die wir entwickeln. Von Modemagazinen über Blogs bis hin zu Fotografien kann uns alles Mögliche als Inspirationsquelle dienen. Zurzeit sind vor allem Frauen und die Natur unsere zwei Lieblingsthemen, die wir in vielen verschiedenen Formen zusammenbringen.

Beschreibe euren Arbeitsprozess. Was passiert von der ersten Idee bis zur Fertigstellung?

Es beginnt mit einer sehr großen Recherche. Wir versuchen immer, eine simple Idee in der Illustration umzusetzen, aber gerade diese erfordern einen komplexen Arbeitsprozess. Sobald wir eine bestimmte Idee haben, suchen wir nach passenden Bildern oder machen Fotos, um ein erstes Grundgerüst zu haben. Wir machen viele Skizzen und Studien, bis endlich die finale Version steht.

 

Wenn wir die Phase des Zeichnens beendet haben, schicken wir die Illustration an Freunde und Familie weiter, um ein Feedback zu bekommen. Das ist für uns der wichtigste Schritt im gesamten Arbeitsprozess, denn wenn sie es nicht mögen, machen wir gar nicht erst weiter. Es ist uns ziemlich wichtig, was andere von den Entwürfen halten. Wenn wir eine Zeichnung auf dem iPad fertiggestellt haben, bearbeiten wir sie auf dem Computer weiter und fügen die Farben hinzu. Dafür ist allein Joana zuständig. Es ist eine ziemliche Herausforderung, weil wir in jeder Illustration nur eine geringe Anzahl an Farben benutzen. Am Ende senden wir das Werk noch einmal Freunden und Familie zu. Erst, wenn es die letzte Runde bestanden hat, ist es fertig.

 

Viele eurer Motive sind Mischwesen aus Mensch und Baum. Wenn diese Wesen sprechen könnten: Was würden sie sagen?

Was für eine erstaunliche Frage! Wenn sie sprechen könnten, würden sie wohl darauf bestehen, dass die Natur immer mit dem Respekt behandelt werden sollte, den eine Frau verdient. Denn die Natur und die Frauen sind die Mütter unseres Planeten.

Welche eurer bei JUNIQE verkauften Arbeiten ist euer Favorit?

Ehrlich gesagt haben wir kein bestimmtes Lieblingsdesign. Die Geschichten zu den Illustrationen werden von den Leuten gemacht, die sie kaufen. Viele unserer Käufer sagen Dinge wie “Diese Frau erinnert mich an mein jüngeres Selbst“ oder “Diese Frau hat den gleichen Stil wie ich“. Wenn die Leute viel über deine Arbeit reden, hast du nach einer Weile fast das Gefühl, dass dieses Werk nicht mehr nur dir gehört. Jede Illustration erzählt jedem einzelnen Betrachter eine andere Geschichte, und das macht uns sehr glücklich.

 

Welchen Einfluss hat Kunst auf euren Lebensstil?

Kunst gibt uns eine neue Perspektive auf die Dinge, und das wird heutzutage immer wichtiger.

 

Rot oder Grün?

Ganz klar: Rot.

 

Danke, Filipe!