Die südafrikanische Künstlerin Victoria Verbaan sprudelt vor Ideen und kreativer Energie. Sie malt starke, selbstbewusste und verführerische Frauen in plastischen und traumartigen Bildern. Wir haben ihren Besuch in Berlin ausgenutzt, um mehr über ihre geheimnisvollen Protagonistinnen zu erfahren. Begleite uns auf eine Tour durch die Straßen Berlin-Kreuzbergs, eine kleinen Mal-Session im Studio und lass dich von Victorias Leidenschaft und Lebensfreude anstecken.

Wo wohnst du und wie sieht dein Alltag aus?

Ich lebe in Südafrika, an einem Ort namens Kloof, mit meiner Tochter Phoebe und meinen anderen Kindern: unseren beiden langhaarigen Dackeln Marigold und Gracie. Sie sind alle so süß!

Jeder Tag ist anders. Es kommt ganz darauf an, woran ich gerade arbeite, ob ich eine Ausstellung oder besondere Projekte vorbereite. Dabei versuche ich, an den Nachmittagen flexibel zu bleiben: Meist springe ich zwischen verschiedenen kleinen Jobs und Aufträgen hin und her. Das Jonglieren mit all dem ist herrlich hektisch, ich liebe es!

 

Wie würdest du dich als Künstlerin beschreiben? Und wie als Mensch?

Meine Arbeit ist hoffnungsvoll, fantastisch und roh. Ihr könnt einen Sinn für Humor und Persönlichkeit darin entdecken: Ich kanalisiere dort mein inneres böses Mädchen. Das macht Spaß und ich liebe Farbe, obwohl ich gerade eine monochrome Phase habe. Es gibt so viele Ideen in meinem Kopf, dass ich mich schnell entscheiden und sie umsetzen muss, damit sie nicht verloren gehen. Obwohl ich akribisch und kompromisslos bin, was die Qualität des Endprodukts betrifft, behalten die Designs selbst etwas Frisches, weil sie nicht überarbeitet werden.

Als Person bin ich entschlossen und belastbar. Ich habe gelernt, anpassungsfähig und beharrlich zu sein, wenn die Dinge kompliziert werden. Hier kommt mir dieses Zitat von Audrey Hepburn in den Sinn: "Nichts ist unmöglich (‘impossible’); das Wort selbst sagt: ich bin möglich (I’m possible)!" Das heißt: Egal was ich mir vorstelle, ich weiß, dass ich es tun kann. Es ist mir wichtig, andere mitzureißen und zum Lächeln zu bringen, und ich liebe es, wenn mir das durch meine Arbeit gelingt!

 

Deine Arbeiten scheinen Geschichten zu transportieren, wie ferne Erinnerungen oder Träume. Auch die Titel sind sind geheimnisvoll und lassen den Betrachter im Unklaren. Kannst du uns mehr darüber erzählen?

Malen und Illustrieren sind meine kleinen Fluchten. Sie erlauben mir, mich täglich herausfordern und die verschiedenen Facetten des Lebens zu erforschen. Meine Bilder sollen daran erinnern, an uns selbst zu glauben, mutig zu bleiben und zu träumen. Es sind Momentaufnahmen von Szenen, die sich manchmal in meinem Kopf abspielen.

Das Nachdenken über Titel ist oft der schönste Teil meines Tagesablaufs: Sie können einem Bild mehr Tiefe und Bedeutung verleihen. Und wenn sie die Betrachter zum Lächeln bringen, heißt das, dass ich meinen Job gut gemacht habe... Einer meiner Lieblingstitel ist “Queen Quixotic” – was für mich eine Frau mit Sternen in den Augen ist, idealistisch und zugleich total irreal. Ein anderes Bild, das ich besonders gerne mag, ist “Coffee and Pistols for Two”.

 

Was steht demnächst so auf deinem Plan? Gibt es etwas Spannendes, das du mit uns teilen möchtest?

Ich habe gelernt, die Dinge nicht zu überstürzen, sondern mir erstmal im Klaren darüber zu sein, wie und mit wem ich arbeite. Ich bin gerade dabei, meine Website mit neuen Arbeiten und einer limitierten T-Shirt-Kollektion zu relaunchen. Ich kann es kaum erwarten, die Resonanz darauf zu sehen. Wobei mir vorher nie bewusst war, wie schwierig es sein kann, das perfekte T-Shirt-Design hinzubekommen. Das war auf jeden Fall interessant!

Und ich werde nie aufhören, von meiner eigenen Boutique zu träumen, aber die Zeit wird wohl noch kommen. Außerdem möchte ich nächstes Jahr an einer internationalen Ausstellung teilnehmen.