Valentinstag – oder der Tag, an dem sich Liebende mit Geschenken, Blumen oder liebevollen Gesten überraschen. Es scheint, dass unsere heutige Interpretation der Liebe viel begrenzter ist als im Griechenland der Antike. Obwohl uns die Begriffe der Elternliebe und der platonischen Liebe nicht fremd sind, wird sie in unserer Popkultur meist in Form von Verliebtheit, Romantik und Herzen dargestellt. Die alten Griechen hingegen unterschieden zwischen ganzen sechs Arten von Liebe: Eros, Philia, Ludus. Agape, Pragma und Philautia. Wir stellen dir alle sechs vor – vom Verlangen bis zur Freundschaft.

1. Lodernde Leidenschaft

Fruchtbarkeit und des sexuellen Verlangens als auch der Leidenschaft und des Begehrens in der Liebe: Klingt gut, könnte man meinen. Doch Lust und Leidenschaft waren nicht immer so positiv behaftet. Vielmehr wurde es als gefährlich empfunden, sich völlig darin zu verlieren. Heutzutage, auch dank der Filmindustrie, wird Eros oft als die wahre Form der Liebe dargestellt. Wir alle wollen also Feuer und Flamme für jemanden sein. Oder gibt es da vielleicht noch mehr?

 

2. Wahre Freundschaft

Philia ist eine Form der Liebe, die zwischen zwei gleichgesinnten Menschen zu einer tief verwurzelten Freundschaft heranwächst. Sie wächst und gedeiht von einer bedingungslosen Treue, die auch in schwierigeren Zeiten fortbesteht. Vielleicht erkennst du darin die Beziehung zu deiner besten Freundin oder deinem besten Freund – jemandem, der immer für dich da ist und umgekehrt. Es geht um Menschen, mit denen wir Hand in Hand durchs Leben gehen und uns ohne viele Worte verstehen, weil wir sie einfach lieben. Wahre Freundschaften sollten gepflegt werden.

3. Spielerische Liebe

Wenn junge, verliebte Paare sich necken oder kleine Kinder miteinander spielen, ist Ludus am Werk. Bei dieser Form der Liebe steht der Spaß im Mittelpunkt. Ihr seid im siebten Himmel, wo ihr mit einer rosa Brille auf der Nase auf einer rosa Wolke sitzt und auf den Ernst des Lebens pfeift. Ludus hat jeden schon mal erwischt – immer dann, wenn du dich mit Freunden schlapp lachst oder wenn Menschen, die sich kaum kennen, zusammen auf der Tanzfläche ausflippen.

4. Nächstenliebe

Von nichts kommt nichts, bei jemandem in der Kreide stehen… Diese Ausdrücke von heute galten nicht im antiken Griechenland. Agape findet ihren Ausdruck darin, Dinge für einen anderen Menschen zu tun, ohne eine Gegenleistung zu erwarten – egal, ob ihr euch kennt oder nicht. Liebe ohne Verpflichtungen und Erwartungen, sozusagen. Doch wie kann man Liebe fühlen, ohne jemanden wirklich zu kennen? Wenn du jemanden im Supermarkt vorlässt, einer älteren Dame über die Straße hilfst oder dich um die Katze deines Nachbarn kümmerst, dann würden wir das heute “menschliche Solidarität” nennen. Etwas mehr Nächstenliebe könnte unsere Welt tatsächlich ein bisschen schöner machen.

5. Wachsendes Glück

Sind deine Eltern nach all den Jahren noch glücklich miteinander oder fühlst du dich selbst nach dem verflixten siebten Ehejahr wie frisch verliebt? Diese Form der Liebe ist als Pragma bekannt: ein Gefühl, das Paare erst nach einer langjährigen Beziehung zueinander entwickeln. Es geht darum, Kompromisse einzugehen, geduldig zu sein und den Partner als einen Menschen zu akzeptieren, der nun mal anders tickt. Pragma erfordert harte Beziehungsarbeit. Lange zusammen zu sein und sich dabei immer noch sehr zu lieben, ist etwas ganz Besonderes.

 

6. Bei sich selbst anfangen

Selbstliebe, oder Philautia, kann zwei Wege gehen. Die ungesunde Version neigt zum Narzissmus. Die gesunde Version schließt die Liebe zu Anderen mit ein. Schließlich ist es für eine ausgewogene Liebesbeziehung wichtig, als Individuum gefestigt zu sein. Denn wie können wir gute Partner sein, wenn wir nicht auch auf unsere eigenen Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse hören? Für uns ist das Grund genug, diesen Valentinstag nicht auf ein bestimmtes Datum zu beschränken, sondern zur Regel zu machen. Mit einem Bad bei Kerzenschein, einem Glas Wein in der einen und einem guten Buch in der anderen Hand – und mit Geschenken! Stöbere doch mal in unserer Kollektion von Valentinsgeschenken für dich selbst und lass dich inspirieren.

Von Liebe und Freundschaft über kleine, nette Gesten bis hin zu langen und glücklichen Ehen – Liebe ist überall. Deshalb nennen wir den Valentinstag von nun an den “Tag der Liebe allen Formen”. Gemeinsam machen wir die Welt ein bisschen schöner: Wir mit Kunst und du mit einem Herz voller Liebe.

Liebevolle Geschenke finden

Text: Laura Veneklaas

Übersetzung: Valeria Sambale

 
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