Kunst für die Seele: Ein Gespräch mit Farina Kuklinski Kunst für die Seele: Ein Gespräch mit Farina Kuklinski

Was die Künstlerin motiviert, inspiriert und wie sie um die Ecke denkt

Was die Künstlerin motiviert, inspiriert und wie sie um die Ecke denkt

Farina Kuklinski ist fest davon überzeugt, dass es sich lohnt, unbetretene Pfade zu gehen. Das zeigt sich auch in ihren außergewöhnlichen Aquarellbildern, bei deren Entstehung sie (eigene) Erwartungen und künstlerische Richtlinien weit hinter sich lässt. Motivgrundlagen findet die Wahlkölnerin dabei in der Natur, wo sie sich von der Schönheit von Flora und Fauna inspirieren lässt. Erfahrt mehr über Farinas kreative Welt und die Frau hinter den stimmungsvollen Bildwelten.

Deine Arbeiten wirken nostalgisch, fast wie Träume. Welche Reaktion erhoffst du dir auf deine Bilder?

Ich mag es, wenn ich dem Betrachter ein Lächeln auf die Lippen zaubern kann oder ein Wohlbefinden erzeuge. Wenn es dem Menschen “gut tut”.

Deine Arbeiten bilden hauptsächlich Pflanzen und Tiere ab und du bist gelernte Floral Designerin. Woher stammt diese Liebe zur Natur?

Meine Oma und Mutter sind beide immer große Pflanzenliebhaberinnen gewesen. Schon als Kind habe ich stundenlang im Garten meiner Oma gespielt, mit ihr zusammen die Beete geharkt oder Rosen gestutzt und Blumen gesät. Pflanzen und Natur wirken sehr beruhigend auf mich und ich merke, wie ich dadurch wieder an Energie auftanke. Daher habe ich auch zu Hause und auf meinem Balkon viele Pflanzen um mich herum.

Du bist ziemlich oft umgezogen. Kannst du uns mehr über deine Reise von Maastricht nach Barcelona und dann nach Köln erzählen?

In Maastricht war ich für mein Studium an der Kunsthochschule. Im Rahmen des Studiums ging ich für ein Auslandssemester nach Barcelona, eine wunderbare bunte und tolle Stadt. Nach meinem Studium wollte ich unbedingt nach Berlin, um mich von dieser kreativen Metropole inspirieren zu lassen, hier zu leben und zu arbeiten. Zwischendurch war ich noch mal für ein Praktikum drei Monate in London. Nach sieben Jahren Berlin lenkte mich mein Bauchgefühl in eine kleinere, überschaubare Stadt, nach Köln. Hier lebe ich momentan immer noch.

Warum hast du dich für Aquarellfarben entschieden?

Das war eigentlich eher ein Zufall. Mir fiel der alte Aquarellkasten meines Vaters in die Hände. Schnell entdeckte ich die tollen Möglichkeiten von Aquarell. Ohne großen Aufwand kann man schnell beginnen und je nachdem sind die Farben sehr sanft oder sehr strahlend und intensiv. Zudem kann man bei Aquarell nie alles zu 100 Prozent beeinflussen. Einen Teil bestimmt immer der Zufall. Das macht die Bilder so schön “unperfekt”.

Wo und wie lässt du dich inspirieren?

Tatsächlich viel in der Natur und Pflanzenwelt. Die Zeit, in der ich als Floral Designerin gearbeitet habe, hat mich stark geprägt. Aber auch im täglichen Miteinander, in meinen Gedanken, im Sammeln von Eindrücken und Bildern. Oft auch in den Momenten, in denen man sich gar nicht groß damit beschäftigt, sondern den Kopf “frei” hat.

Wir würden gerne mehr über deinen kreativen Prozess erfahren. Wie sieht ein typischer Arbeitstag für dich aus?

Ich mag es, den Tag früh mit einer Tasse Tee zu beginnen. Dann hilft mir der Weg mit dem Fahrrad zum Studio an der frischen Luft, wach zu werden. Nachdem ich alle E-Mails gelesen und beantwortet habe, überlege ich, was für den Tag anliegt. Wenn ich Zeit habe und keine “Auftragsarbeiten” zu erledigen habe, begebe ich mich gerne für ein paar Stunden zu einem Thema in einen Malprozess. Dabei male ich mal nur mit Aquarell, kombiniere gerne aber auch verschiedene Stile. Beim Prozess selbst entstehen wieder neue Ideen und Bilder, so kommt dann eins zum anderen.

Und wie kommst du in “Mal-Stimmung”?

Ich bin dafür gerne alleine, mit schöner Musik und genug Zeit. Keine Termine, die in den nächsten Stunden anstehen. Manchmal kommt man so dann in einen richtigen Flow und man merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht. Erst wenn der Magen knurrt, wird einem bewusst, dass man mal eine Pause machen sollte.

Du bist auch Teil eines Design-Duos mit den Schwerpunkten Motion- und Grafikdesign. Erzähl uns ein wenig über diesen Bereich deiner Arbeit.

Meine Kollegin und ich ergänzen uns mit unseren Fähigkeiten. Sie ist gelernte Motion-Designerin, ich gelernte Grafikdesignerin mit Schwerpunkt Illustration. Zudem organisieren wir zusammen gerne Pop-up-Events. Beispielsweise haben wir vor zwei Jahren einen Pop-up ins Leben gerufen, das eine Mischung aus Pflanzenverkauf und Bar ist.

Wie verbringst du deine Zeit, wenn du nicht malst?

Ich brauche die Mischung aus Geselligkeit und Ruhe. Ich treffe viel und gerne meine Freunde, wir kochen zusammen, gehen zum Sport oder machen Ausflüge und haben vor allem immer gute Gespräche. Aber genauso brauche ich die Abende für mich alleine zu Hause.

Auf welches deiner Kunstwerke bist du besonders stolz und warum?

Da ich mich mit Entscheidungen sehr schwer tue, würde ich mich auch hier nicht festlegen wollen. Jedes Bild erzählt für mich etwas oder ist in einer bestimmten Lebensphase, Ort und Zeit entstanden.

Welchen Rat würdest du deinem jüngeren Selbst geben?

Hab keine Angst!

Wenn du einen Tag lang ein Tier sein könntest, welches wärst du dann und warum?

Ein Wal. Der Wal strahlt für mich etwas ruhiges, gelassenes und sehr freies und starkes aus.

Text: Caitlin Hughes

Übersetzung: Ina Schulze

Leemo’s Secret Garden

There’s always been a certain duality in my life: there is the world around me and the world that takes place within the walls of my home.

There’s always been a certain duality in my life: there is the world around me and the world that takes place within the walls of my home.

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