Interview mit Treechild Interview mit Treechild

“Ich habe eine positive Einstellung zum Leben und genau das möchte ich auch vermitteln in den Illustrationen.”

“Ich habe eine positive Einstellung zum Leben und genau das möchte ich auch vermitteln in den Illustrationen.”

Der Wahlschweizerin Nina wurde ihr Talent schon in die Wiege gelegt. Von ihrem Künstler-Papa hat die als Treechild bekannte Illustratorin das Gespür für Farben und Formen geerbt. Die Inspiration für ihre lebensbejahenden Bilder findet sie in Tieren, Büchern und den Schönheiten der Natur. Was die Illustratorin macht, um neue Kraft zu schöpfen, oder was sie als Kind alles werden wollte, erfahrt ihr in unserem Interview.

Was liebst du am meisten an der Schweiz? Wie inspiriert dich das Land und die Kultur?

Ich bin mit meiner Familie 2016 für einige Jahre hierher aus Deutschland ausgewandert und war vom ersten Besuch an von dem wunderschönen Land begeistert. Die Menschen hier sind so unfassbar höflich, keiner hupt grundlos und vorschnell im Straßenverkehr, keiner drängelt und den Kindern hier werden von klein auf höfliche Umgangsformen beigebracht. Inspiriert werde ich hier von der wunderschönen Natur mit den hohen Bergen, der einzigartigen Vegetation und den himmelblauen Bergseen, die wir zumeist auf unseren Wandertouren entdecken.


Was war dein Traumjob in deiner Kindheit?

Mein Traumjob in der Kindheit hat von Jahr zu Jahr gewechselt. Von Zoowärterin über Tierärztin und Restauratorin bis hin zu Managerin eines Superstars.... Aber eines stand schon früh fest: Ich wollte immer mein eigener Boss sein.

Erzähl uns etwas über deine Kindheit. Welche Erfahrungen hatten den stärksten Einfluss auf die Künstlerin, die du heute bist?

Meine Kindheit habe ich sehr viel draußen in der Natur verbracht. Wir haben ganze Wohnungen im Wald und in den Büschen aus Naturmaterialien gebaut. Ich habe gern geschnitzt und liebte Kastanien.

Neben der Natur hat mich aber auch mein Papa sehr geprägt. Er ist ebenfalls Künstler (und Musiker), nahm mich mit auf zahlreiche Ausstellungen und in Kunstmuseen. Ich kann mich noch daran erinnern, als wir mit der Schulklasse einen Ausflug ins Deutsche Museum gemacht haben. Ich kannte es so in- und auswendig, dass ich die Klasse führen konnte. Das hat meine Kunstlehrerin damals mächtig beeindruckt.

Auch auf den eigenen Vernissagen meines Papas war ich natürlich immer mit dabei. Viele interessante Besucher, Künstler, Musiker und schräge Vögel gehörten für mich bald zum Alltag.

 


Du scheinst dich sehr für den Himmel zu interessieren. Was fasziniert dich an Mond, Sonne, Sternen und Regen(bögen)?

Ich liebe es, den Himmel zu betrachten. Sei es am Tage, dem Sonnenauf -und untergang zuzusehen oder bei Nacht die Sterne und den Mond zu beobachten. Von Kindesalter an hatte der Himmel immer einen beruhigenden, fast meditativen Einfluss auf mich.

Es gibt dort ja auch so viel Schönes zu entdecken, jeder Tag und jede Nacht unterscheidet sich in Farbe, Form und Intensität, ganz ähnlich wie die Motive meiner Bilder.

Die besten Bilder entstehen bei mir mit guter Musik!
Treechild

Wo findest du die Zitate, die du in deine Designs einbaust?

Oftmals inspirieren mich interessante Bücher oder das Internet, wenn ich nach bestimmten Schlagwörtern suche. Und jene Zitate, welche dann auf meine Bilder kommen, sind immer positiv und nie traurig oder negativ behaftet. Ich habe eine positive Einstellung zum Leben und genau das möchte ich auch vermitteln in den Illustrationen.


Wie können wir uns einen typischen Arbeitstag bei dir vorstellen?

Da ich eine selbstständige Dreifachmami bin, die Homeoffice macht, kann man sich vorstellen, dass nicht immer alles nach striktem Plan und Uhrzeit geht. Aber wenn ich im Büro zeichne, dann wissen die Kids, dass ich nicht gestört werden darf. Außerdem hör ich eh niemanden klopfen, ich habe nämlich so gut wie immer gute, laute Musik an. Die besten Bilder entstehen bei mir mit guter Musik!

Wo gehst du hin, wenn du eine Pause vom Alltag brauchst?

Die Pausen, um den Kopf frei zu bekommen, sind enorm wichtig. Es entsteht gerne mal ein kleines Wirrwarr im Kopf, wenn man viele Ideen umsetzt, zeichnet, pinselt, erstellt, usw.... Der Kopf qualmt dann. Also geht‘s nach draußen zum Joggen. Ich laufe dreimal die Woche und das befreit ungemein. Tief durchatmen, die Sonne und den Wind auf der Haut spüren und nach einer guten Stunde sind Kopf und Geist wieder frei. Ein tolles Gefühl und ich liebe es.

Wovon hast du schon immer geträumt, aber noch nicht getan?

Ich fotografiere schon seit über 15 Jahren ambitioniert, ich würde gerne mal in einem Film wie „The Revenant“ als Setfotografin dabei sein. Außerdem träumen mein Mann und ich davon, später, wenn alle drei Kids aus dem Haus sind, eine Weile die Welt zu bereisen. Mit wenig Hab und Gut, einfach mal bewusst auf so viele Dinge zu verzichten, die man oft meint zu brauchen. Und vielleicht mal ein Tiny House bauen, irgendwo in Norwegen oder an einer kanadischen Küste.


Was ist dein Krafttier und warum?

Ich fühle mich von Füchsen und Eulen magisch angezogen. Der Fuchs wegen seiner wachsamen Augen, seinem schnellen Denken und der etwas scheuen Art.

Die Eule blickt wunderschön und erhaben von den Ästen dieser Welt hinunter, kann die Nacht mit anderen Augen betrachten und fliegt bei ihrem großen Erscheinungsbild dennoch fast geräuschlos. Durch und durch wunderschöne, faszinierende Tiere....

Danke, liebe Treechild. 

 

Text: Ina Schulze

 
 
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